Platzt bald die Immobilienblase?

Was passiert, wenn`s passiert

Dass die Immobilienpreise in Großstädten wie München, Berlin oder Hamburg als überzogen gelten, ist bekannt. Experten sehen immer deutlicher einen Crash der Immobilienpreise auf Deutschland zukommen. Besonders Immobilien in der Stadt seien vom rasanten Preisrutsch bedroht.

Wann drohen Preisblasen?


Experten sprechen von einer Immobilienblase, wenn die Preise für Wohnraum bei hohen Umsätzen über dem inneren Wert liegen, d.h. wenn Bereiche des Immobilienmarktes aufgrund erhöhter Nachfrage deutlich überbewertet sind.
Grundsätzlich birgt nicht jeder Preisanstieg am Wohnungsmarkt in Deutschland die Gefahr einer Blase. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Immobilienblase entsteht, ist jedoch besonders hoch, wenn

  • die Kaufpreise schneller steigen als die Mieten
  • die Kaufpreise schneller steigen als die Einkommen
  • immer mehr Kredite aufgenommen werden
  • in spekulativer Annahme immer mehr Wohnraum gebaut wird


Welchen Wert haben Immobilien künftig?


Das unabhängige Forschungsinstitut Empirica beobachtet im sog. Blasenindex vierteljährlich die vier Indikatoren Vervielfältiger, Preis-Einkommens-Verhältnis, Wohnungsbaukredite und Fertigstellungen je Einwohner relativ zum BIP und bewertet die regionale Blasengefahr. Im Vergleich zum ersten Quartal 2017 legte der Index in den Wachstumsregionen um 0,03 Prozent, in den Schrumpfungsregionen um 0,02 Prozent zu. Die Gefahr einer Immobilienblase stieg nach dieser Erhebung in 13 Kreisen an.

Auch eine aktuelle Studie des Zentralen Immobilienausschusses (ZIA) zeigt: Wohnraum in den Großstädten ist aktuell noch immer völlig überteuert. Neben Berlin, München und Hamburg bestehe bspw. auch in Bremen, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Köln oder Stuttgart die Gefahr einer Immobilienblase.

Experten warnen, dass die Immobilienpreise mittelfristig einbrechen werden. In den nächsten drei bis fünf Jahren erwarten Sie eine Reduzierung um bis zu ein Drittel. Warum ist das so?

Gründe für den rasanten Preisrutsch


Besonders in den Großstädten baut man derzeit massiv an Neubauten, denn die Nachfrage ist groß. Auf längere Sicht sehen die Experten durch das größere Wohnraumangebot aufgrund dessen einen Dämpfer bei den Mietpreisen kommen. Leerstände drohen jedoch nicht. Das Angebot an Wohnraum entwickle sich eher in die Richtung „ausreichend“.

In Relation zu den Mieten steigen die Immobilienpreise jedoch viel zu schnell. Das Problem: Nur dann, wenn die Mieten ebenso steigen, lassen sich die hohen Kaufpreise rechtfertigen. Die gesetzlich verordnete Mietpreis-Bremse wirkt dem jedoch entgegen. Die Preiskluft zwischen den Kaufpreisen für Immobilien und Wohnungsmieten – auch Rückschlagpotenzial genannt – liegt laut Empirica bundesweit aktuell bei zwölf Prozent, in den Großstädten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart jedoch bei 28 Prozent.

Und auch das unausgeglichene Preis-Einkommen-Verhältnis pusht den Blasenindex nach oben. Laut einer Analyse des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) sind die verfügbaren Einkommen der Privathaushalte in manchen deutschen Großstädten nur um etwa sechs Prozent gewachsen, was 45 Prozent weniger sind, als das Preiswachstum für Wohnraum.

Was die künftige Entwicklung der Immobilienpreise beeinflusst


Ob die Preise auf dem Immobilienmarkt wirklich einbrechen, hängt von folgenden Faktoren ab:

  • dem Tempo der Immobilien-Fertigstellungen
  • der Entschleunigung der Zuwanderung
  • einer möglichen Zinswende
  • weitere Begleitumstände


Erstellt von (Name) S.B. am 01.08.2017
Geändert: 02.05.2018 14:41:44
Autor:  Sandra Janke
Quelle:  bvr.de, gevestor.de, empirica-institut.de, zia-deutschland.de, haufe.de
Bild:  panthermedia.net / Maxx Yustas
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