Time-to-Hire: Unternehmen suchen immer länger nach Fachkräften

Personalverantwortliche in Deutschland benötigen zunehmend mehr Zeit, um offene Stellen zu besetzen. Der aktuelle Time-to-Hire Kompass von Robert Half, einem globalen, spezialisierten Anbieter von Personallösungen, zeigt: In vielen Bereichen dauern Einstellungsprozesse inzwischen acht bis zwölf Wochen, bei Führungspositionen und spezialisierten Rollen sogar deutlich länger. Grundlage der Analyse ist eine Befragung von 220 Hiring-Managern aus unterschiedlichen Branchen.

Mehr als die Hälfte der befragten Human-Resources(HR)-Entscheider nennt den Mangel an qualifizierten Fachkräften als größte Herausforderung im Recruiting. Gleichzeitig geben 13 Prozent an, dass zu langsame interne Prozesse dazu führen, dass geeignete Kandidaten abspringen oder sich für andere Angebote entscheiden. Besonders angespannt ist die Situation in IT-Abteilungen sowie bei der Besetzung von C-Level-Positionen, wo Einstellungsprozesse häufig mehr als zwölf Wochen dauern.

"In der Personalgewinnung bei Unternehmen trifft Fachkräftemangel oft auf lange Prozesse. Beide Faktoren können sich in Kombination zum Nachteil für Unternehmen dynamisieren und die Stellenbesetzung weiter verlängern", erklärt Stephan Megow, Managing Director Region Nord-West bei Robert Half, das Spannungsfeld, in dem sich Unternehmen derzeit bewegen.

Dabei ist die Einstellungsgeschwindigkeit zu einem echten Gradmesser für erfolgreiche Unternehmen geworden. Sven Hennige, Senior Managing Director Central & Southern Europe bei Robert Half, sagt dazu: "Die Besetzungsdauer offener Positionen ist für Unternehmen zu einem kritischen Erfolgsfaktor geworden. Denn am Ende sind es immer Menschen, die Wert schaffen – trotz Automatisierung, trotz KI. Menschen und ihre Fähigkeiten machen den Unterschied."


Gerade im Interim-Management ist Zeit eine kritische Variable

Auch die Suche Interim-Managern ist eine Herausforderung für Unternehmen: Fast jedes zweite Unternehmen hat Probleme, kurzfristig passende Experten auf Zeit zu finden. Zusätzlich bestehen Unsicherheiten bei vertrags- und rechtlichen Rahmenbedingungen. Dabei ist gerade in zeitkritischen Projekten Geschwindigkeit ein entscheidender Erfolgsfaktor.

"Im Bereich Interim-Management ist der Faktor Zeit eine besonders kritische Variable. Wer einen Experten auf Zeit in sein Unternehmen holt, benötigt dessen Expertise zumeist zeitnah, um etwa Projekte oder Transformationsprozesse über die Ziellinie zu tragen", beschreibt Silke Burgers, Senior Regional Director Management Resources Germany bei Robert Half, die Anforderungen an Interim-Manager im deutschen Arbeitsmarkt.

Führungskraftgewinnung dauert bis zu einem Jahr

Gerade wenn es darum geht, neue Entscheider an Bord zu holen, benötigen Unternehmen oft Monate. 36,8 Prozent der befragten HR-Manager gaben an, dass sie zwölf oder mehr Wochen suchen würden, um geeignete Kandidaten zu finden.

Florian Kreuzwirth, Regional Managing Director Executive Search bei Robert Half, gibt als einen der Hauptgründe an, dass sich keine formalisierten Prozesse etablieren lassen: "Die Suche nach Führungskräften folgt nie einem einheitlichen Schema. Jede Situation ist immer ein Stück weit anders. Hier entscheiden Netzwerk und Erfahrung darüber, wer die besten Unternehmenslenker für sein Unternehmen gewinnen kann."

Künstliche Intelligenz soll die Einstellungsdauer spürbar verkürzen

Künstliche Intelligenz (KI) wird von vielen Personalverantwortlichen als Chance gesehen, Recruiting-Prozesse effizienter zu gestalten. Über 60 Prozent der Befragten stehen dem Einsatz von KI grundsätzlich offen gegenüber. Gleichzeitig bleiben Datenschutz, rechtliche Fragen sowie die Bewertung von Soft Skills zentrale Hürden für eine flächendeckende Implementierung, gerade bei kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU). Solange diese Fragen nicht abschließend geklärt sind, kann KI nicht seine volle Wirkung entfalten.

Bilgi Yildirim, Managing Director Region Mitte-Süd bei Robert Half, rät Unternehmen, dass sie eine Struktur schaffen, durch die sie kontinuierlich Zugang zu neuen Kandidaten bekommen. "Unternehmen haben so die besten Voraussetzungen in der raschen Mitarbeitergewinnung", erklärt Yildirim. Dazu könnten sich Prozesse beschleunigen lassen, indem Unternehmen auf vorgelagerte Auswahlprozesse setzen.

Über den Time-To-Hire Kompass

Die in dieser Auswertung enthaltenen Informationen basieren auf einer Online-Umfrage, die von Robert Half entwickelt und von TechConsult, einem unabhängigen Marktforschungsunternehmen, im Juni 2025 im Auftrag von Robert Half durchgeführt wurde. Insgesamt wurden 220 Hiring-Manager in Deutschland befragt, von denen 56 Prozent zum Zeitpunkt der Umfrage eine leitende Funktion innehatten. Aufgrund von Rundungsanpassungen summieren sich einige Summen möglicherweise nicht zu 100 %. Die Branchen, die verstärkt nach Fachkräften suchen, wurden im Zuge der Befragung zur Gehaltsübersicht 2026 von Robert Half erhoben. Hierfür wurden 500 Personalverantwortliche im Juni 2025 von privaten und börsennotierten KMUs (50 bis 299 Mitarbeitende) und Großunternehmen (mehr als 300 Mitarbeitende) sowie aus Unternehmen des öffentlichen Sektors in ganz Deutschland befragt.


Erstellt von (Name) S.P. am 05.03.2026
Geändert: 05.03.2026 14:20:11
Autor:  S. P.
Quelle:  Robert Half Deutschland
Bild:  Bildagentur PantherMedia / pressmaster
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