Hays-Fachkräfte-Index: Fachkräftenachfrage sinkt 2025 deutlich unter Vorjahresniveau

Die Nachfrage nach Fachkräften in Deutschland ist im vierten Quartal 2025 gegenüber dem Vorjahresquartal mit einem Rückgang von 47 Prozentpunkten (PP) deutlich eingebrochen. Auch im Vergleich zum direkten Vorquartal setzt sich der Abwärtstrend fort: Die Zahl der Stellenausschreibungen sank nochmals um 12 Prozentpunkte auf nun 35 Prozent. Im Jahresvergleich zeigt sich die Entwicklung besonders deutlich: Gegenüber 2024 hat sich die Entwicklung der Stellenausschreibungen im Jahr 2025 pro Quartal nahezu halbiert. Damit bestätigt sich ein klarer konjunkturzyklischer Abschwung, ausgelöst durch anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit – insbesondere bei Personalinvestitionen und Neueinstellungen.

Finanzfachkräfte deutlich unter Vorjahresniveau

Die Nachfrage nach Finanzfachkräften ist im gesamten Jahr 2025 deutlich unter das Niveau von 2024 gefallen. Im vierten Quartal 2025 liegt sie in absoluten Zahlen rund 26 Prozent unter dem Vorjahresquartal. Das Quartalsminus beläuft sich bei den Finanzern auf minus 11 Prozentpunkte auf den Indexwert von 58 Prozent. Leichte Zuwächse (+5 PP) verzeichnen lediglich die Wirtschaftsprüfer sowie die Finanzanalysten. Vergleichsweise stabil bleibt die Nachfrage auch bei den Finanz- (-5 PP) und Bilanzbuchhaltern (-6 PP). "Dass Wirtschaftsprüfer und Finanzanalysten leicht zulegen, während klassische Finanzrollen stagnieren, unterstreicht, dass aktuell vor allem Transparenz, Kontrolle und belastbare Entscheidungsgrundlagen gefragt sind", sagt Erich Schwinghammer, Bereichsleiter Finance bei Hays.

Grafik zum Hays-Fachkräfte-Index Q4/2025


Weniger Jobs in fast allen Branchen

Der Fachkräfte-Index für die Branchen zeigt, dass sich die Nachfrage im gesamten Jahr 2025 in nahezu allen Wirtschaftsbereichen weiter abgeschwächt hat. Besonders deutlich fällt der Rückgang in den industriellen und unternehmensnahen Dienstleistungsbranchen aus. Besonders der Handel (-60 PP), Bau (-41 PP) und Finanzdienstleistungen (-30 PP) verzeichnen gegenüber dem Vorjahr deutliche Nachfrageverluste. Bezogen auf das Nachfrageniveau, bleiben das Baugebewerbe und die öffentliche Verwaltung vergleichsweise stabil.
"Die aktuellen Zahlen zeigen deutlich, wie groß derzeit die Zurückhaltung bei Neueinstellungen ist. Unternehmen priorisieren kurzfristige Stabilität vor langfristigem Personalaufbau. Besonders deutlich wird dies im Bereich Human Resources, der als Frühindikator konjunktureller Entwicklungen fungiert. Gleichzeitig sehen wir, dass strukturell getriebene Bereiche wie IT trotz Rückgängen resilient bleiben. Das unterstreicht, dass Themen wie Digitalisierung, Automatisierung und KI auch in einem schwierigen Umfeld keine optionalen Investitionen sind, sondern zentrale Zukunftsfaktoren für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen", resümiert Alexander Heise, Hays CEO Deutschland und CEMEA.

Über den Hays-Fachkräfte-Index

Der Hays-Fachkräfte-Index basiert auf einer quartalsweise erfolgenden Auswertung der index Internet und Mediaforschung GmbH für Hays. Einbezogen werden Stellenanzeigen der meistfrequentierten Online-Jobbörsen, von Tageszeitungen sowie dem Business-Netzwerk Xing. Der Fachkräfte-Index zeigt die prozentuale Veränderung zum Ausgangswert vom 1. Quartal 2015 an. Sämtliche Positionsbezeichnungen gelten grundsätzlich für alle Geschlechter.


Erstellt von (Name) S.P. am 04.02.2026
Geändert: 04.02.2026 11:02:00
Autor:  S. P.
Quelle:  Hays PLC
Bild:  Bildagentur PantherMedia / Norbert Buchholz
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